Subsonicbaits - Big Balls for Great Carps | Köder, Boilies und Zutaten für erfolgreiches Angeln

Mit Minis auf Maxis

Große Boilies sind für viele Karpfenangler ohne Zweifel der Weg zum begehrten Bigfisch. Damit sortiert man kleine Karpfen und lästige Beifänge wie Brassen gleich aus. Wenn man das Maul eines großen Karpfens betrachtet sieht man auch, dass da so manches reinpasst. Auch hört man oft das Argument, dass große Fische viel und große Nahrung benötigen. Und doch fressen auch größere Fische in Naturgewässern oft kleinste Nahrung wie Mückenlarven. Ich glaube so mancher Fisch wurde vielleicht bisher noch nicht oder nur selten gefangen weil der Köder zu groß war! Im letzten Jahr hatte ich zwei Schlüsselerlebnisse welche mich darin bestärkt haben das Miniboilies nicht nur in der Wintersaison gut fangen.

Mini-Boilies
Nur für Schleien?

Angefangen hatte alles auf dem Karpfenanglermeeting in Paaren / Berlin. Ich war auf der Suche nach Miniboilies zu einem erschwinglichen Preis. Mit den kleinen Murmeln wollte ich gezielt auf Schleien fischen. Dies war gar nicht so einfach, da das Angebot von solchen Ködern sehr begrenzt ist. Beim Stand von Sub Sonic Baits wurde ich dann fündig. Zu meiner Freude hatte ich dort sogar eine Auswahl unter mehreren Sorten bei einen Kilopreis von 9€ (Messepreis). Auch die Qualität der Köder schien nach ersten Geruchs- und Geschmackstests gut zu sein. Nach einer superfreundlichen Beratung entschied ich mich für die Sorte Toxic Spice. Die würzige Zimtmischung am Mix sollte auch bei schlammigen Boden und kaltem Wasser noch gut zu schmecken sein. Auch hatte ich bereits in früheren Jahren mit Zimt als Lockstoff im Futter schon gute Erfolge beim Angeln auf Schleien erzielt. Süßer Zimtgeruch übertrifft deutlich den Bodenschlammgeruch.

Kleine Köder für große Mäuler.

Es kam etwas anders als geplant und das Frühjahr und ein Teil des Sommers gingen ins Land ohne dass die Miniboilies den Angelkeller verließen. Ende Juli war ich mit meiner Frau zu Besuch bei Bekannten. Da vor Ort ein schöner kleiner See mit einem guten Fischbesatz ist und für dieses Gewässer Tageskarten erhältlich sind. Wurde natürlich auch etwas Angelausrüstung ins Auto gepackt. Nach dem Kartenkauf und einen kleinen Rundgang um den See schraubte ich meine Erwartungen zurück. Schon seit Wochen ging hier kaum was obwohl ständig Angler am Wasser waren. Also ging es darum überhaupt ein paar Fische zu fangen in den wenigen Stunden die ich zur Verfügung hatte. Ich legte in Ufernähe hinter der Kante und einigen Wasserpflanzen zwei Futterstellen an. Die eine Stelle wurde mit einer handvoll Miniboilies und zwei Händen kleinen Pellets gefüttert. Als Köder diente ein Snowman aus Minis. Die andere Stelle wurde mit Fertigfutter, Maden, Mais und Pellets gefüttert. Dort wollte ich mit der Matchrute fischen. Ziel war wenigstens ein paar Satzkarpfen oder eine der vorhandenen großen Karauschen zu fangen. Zwei Stunden später hatte ich auf die Matchrute schon reichlich Rotfedern und Rotaugen in zum Teil kapitalen Größen gefangen. Aber einer der Zielfische hatte sich noch nicht sehen lassen. Dann pfiff ohne Vorwarnung die Rute mit den Miniboilies ab. Beim Anschlag krümmte sich die Radical Old School bis ins Handteil. Ich liebe die Action dieser Rute! Diesmal rettete sie mir sicherlich den Fisch auf diese Nahdistanz. Die Bremse der Rolle gab Schnur frei. Die erste Flucht wollte sich kaum stoppen lassen. Es war ein guter Fisch. Kurz darauf zeigte sich der massige Körper eines Schuppis im Uferbereich. Doch nun fingen die Probleme erst an. Ich hatte wegen der Handlichkeit nur meinen Stippkescher bei diesem Ausflug dabei. Dieser gehörte zwar schon zu den größeren seiner Art, aber für diesen Fisch? Prompt schlug der erste Kescherversuch fehl. Der Fisch passte nicht richtig hinein. Aus Erfahrung wusste ich dass der Uferbereich für ein Bad zu schlammig war. Also Teamwork, meine Frau hielt den Kescher, ich zog den Kopf des Fisches darüber. Dann Rute weglegen, auf die Knie fallen und den metallenen Kescherkopf an beiden Seiten fassen. Dies wirkte wie oft trainiert! Der Schwanz schaute noch aus dem Kescher und das Netz ächzte beim anheben. Aber ich hatte ihn! 12,4kg wunderschöner, gut genährter  Schuppenkarpfen lagen auf der Matte. Nachdem der Fisch sich wieder dort befand wo er hingehörte, wurde auch der zweite Futterplatz mit Miniboilies bestückt. Und natürlich wurde auf dem anderen Platz noch einmal nachgefüttert. Ich will es kurz machen. In den nächsten vier Stunden fing ich noch drei Spiegler bis 10kg. Es wurde ein rundherum gelungener Kurztrip. Übrigens fingen die anderen Angler am See in dieser Zeit keinen Fisch!

Nicht nur kleine Karpfen...
...auch Große stehen auf Minis
Gerade Graskarpfen scheinen eine Vorliebe für kleine Köder zu haben.

Im September folgten ein paar Tage Urlaub an einen größeren bayrischen Weiher. Leider spielte mal wieder das Wetter nicht mit. Über Tage hinweg lies ein kalter böiger Ostwind den relativ flachen See auskühlen. Hochnebel und ungemütliche Temperaturen verschärften die Lage. Erwähnt werden sollte noch, dass an diesem See ein starker Angeldruck herrscht und die Karpfen zudem noch reichlich Naturnahrung haben, also nicht auf unsere Köder angewiesen sind. Ich fütterte bereits zwei bis drei Tage einen Spot mit 22er Murmeln an, hatte ihn aber noch nicht befischt damit die Fische vertrauen aufbauen konnten. Nun wollte ich eine Rute probehalber dort platzieren um zu sehen ob etwas läuft. Die zweite Rute legte ich auf Schleien auf einen Platz aus, welcher mit den Toxic Spice Minis, kleinen Pellets und Grundfutter präpariert war. Nach zwei Stunden kam ein Fallbiss auf die Schleienrute. Etwas Schweres lies sich ohne große Gegenwehr in Richtung Ufer ziehen. Kurz vor dem Kescher explodierte das dort nur 50cm tiefe, trübe Wasser förmlich. Die Schwanzflosse eines Grasers durchbrach die Oberfläche. So ging es eine Weile hin und her. Schließlich lagen 1,01m Graskarpfen auf der Matte. Ich habe schon viele Graser gefangen. Doch diesmal hatte ich die magische 1 Metermarke durchbrochen. Sehr verwundert war ich nicht diesen Fisch auf einen kleinen Köder gefangen zu haben. Ich habe schon mehrfach festgestellt, dass die Asiaten gern kleine Köder nehmen.

Ohne viel Hoffnung nach diesem Drill in dem flachen Wasser des Sees noch auf die Schnelle einen Biss zu bekommen legte ich die Rute neu aus und fütterte dezent nach. Doch bereits eine Stunde später piepste der Bissanzeiger zweimal, um kurz darauf in einen Dauerton überzugehen. Wenig später konnte ich dann einen Spiegler von 18,6kg bewundern. Wenn man das große Maul sah, war es kaum zu glauben auf welch kleinen Köder der Fisch gebissen hatte. Ich fing in diesem Urlaub noch einige gute Fische, auch auf die „normale“ Boiliegröße. Aber die größten Fische bissen merkwürdiger Weise alle auf die kleinen Minis!

Manchmal fängt man mit Mini-Boilies...
...Maxi-Karpfen

Noch etwas Allgemeines zum Füttern mit diesen Ködern. Ihr solltet nicht zu viel füttern. Bereits zwei Hände voll Minis beschäftigen die Fische länger am Platz wie ein Kilo große Boilies. Lieber füttere ich noch Grundfutter und Pellets zu. Hierbei sollte man auf eine gleiche Geschmacksrichtung achten. Zumindest habe ich damit gute Erfahrungen gemacht. Auf der diesjährigen Messe habe ich mir noch die neuen Horny Shred Pellets in Toxic Spice zu den Miniboilies dazugeholt. Diese sollen eine hohe Lockwirkung haben und sich sehr schnell auflösen. Klingt sehr gut und ich werde Euch dann berichten ob es funktioniert hat!

Thomas Rimpl

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