Es kam etwas anders als geplant und das Frühjahr und ein Teil des Sommers gingen ins Land ohne dass die Miniboilies den Angelkeller verließen. Ende Juli war ich mit meiner Frau zu Besuch bei Bekannten. Da vor Ort ein schöner kleiner See mit einem guten Fischbesatz ist und für dieses Gewässer Tageskarten erhältlich sind. Wurde natürlich auch etwas Angelausrüstung ins Auto gepackt. Nach dem Kartenkauf und einen kleinen Rundgang um den See schraubte ich meine Erwartungen zurück. Schon seit Wochen ging hier kaum was obwohl ständig Angler am Wasser waren. Also ging es darum überhaupt ein paar Fische zu fangen in den wenigen Stunden die ich zur Verfügung hatte. Ich legte in Ufernähe hinter der Kante und einigen Wasserpflanzen zwei Futterstellen an. Die eine Stelle wurde mit einer handvoll Miniboilies und zwei Händen kleinen Pellets gefüttert. Als Köder diente ein Snowman aus Minis. Die andere Stelle wurde mit Fertigfutter, Maden, Mais und Pellets gefüttert. Dort wollte ich mit der Matchrute fischen. Ziel war wenigstens ein paar Satzkarpfen oder eine der vorhandenen großen Karauschen zu fangen. Zwei Stunden später hatte ich auf die Matchrute schon reichlich Rotfedern und Rotaugen in zum Teil kapitalen Größen gefangen. Aber einer der Zielfische hatte sich noch nicht sehen lassen. Dann pfiff ohne Vorwarnung die Rute mit den Miniboilies ab. Beim Anschlag krümmte sich die Radical Old School bis ins Handteil. Ich liebe die Action dieser Rute! Diesmal rettete sie mir sicherlich den Fisch auf diese Nahdistanz. Die Bremse der Rolle gab Schnur frei. Die erste Flucht wollte sich kaum stoppen lassen. Es war ein guter Fisch. Kurz darauf zeigte sich der massige Körper eines Schuppis im Uferbereich. Doch nun fingen die Probleme erst an. Ich hatte wegen der Handlichkeit nur meinen Stippkescher bei diesem Ausflug dabei. Dieser gehörte zwar schon zu den größeren seiner Art, aber für diesen Fisch? Prompt schlug der erste Kescherversuch fehl. Der Fisch passte nicht richtig hinein. Aus Erfahrung wusste ich dass der Uferbereich für ein Bad zu schlammig war. Also Teamwork, meine Frau hielt den Kescher, ich zog den Kopf des Fisches darüber. Dann Rute weglegen, auf die Knie fallen und den metallenen Kescherkopf an beiden Seiten fassen. Dies wirkte wie oft trainiert! Der Schwanz schaute noch aus dem Kescher und das Netz ächzte beim anheben. Aber ich hatte ihn! 12,4kg wunderschöner, gut genährter Schuppenkarpfen lagen auf der Matte. Nachdem der Fisch sich wieder dort befand wo er hingehörte, wurde auch der zweite Futterplatz mit Miniboilies bestückt. Und natürlich wurde auf dem anderen Platz noch einmal nachgefüttert. Ich will es kurz machen. In den nächsten vier Stunden fing ich noch drei Spiegler bis 10kg. Es wurde ein rundherum gelungener Kurztrip. Übrigens fingen die anderen Angler am See in dieser Zeit keinen Fisch!