Es stand wieder mal der 24 Std. Karpfen-Cup an unserem ziemlich schwierigen Vereinsgewässer an. Nachdem wir trotz harter Konkurrenz dieses Angeln die letzen 2 Jahre gewonnen hatten, wollten wir den Sieg natürlich auch in diesem Jahr wiederholen.
Bei diesem 24 Std. Karpfen-Cup kommen auch nur Karpfen und Graser in die Wertung. Aufgrund der großen Teilnehmerzahl - in den letzten Jahren waren immer bis zu 15 Teams am Start - herrscht mächtig viel Aktion am Wasser und es werden nur selten Karpfen gefangen. Deshalb wollten wir uns von Anfang an auf die Amure konzentrieren. Also machten wir uns Gedanken für eine speziell auf die Amure ausgerichtete Futterstrategie die uns den Erfolg bringen sollte. Unsere Idee war es mit einem Partikelmix, bestehend aus gelben Erbsen, Mais und Hanf versetzt mit Naturatraktoren, wie Gammerus(Bachflohkrebse) und Seidenraupen mit unserem Krebsmehl-Konzentrat und Halibuttpelletmehl, einen Futterbrei herzustellen, den wir dann in Verbindung mit unseren Knödeln füttern wollten. Da unsere Boillies immer auf vielen Gewürzen basieren, legten wir einen Teil der Gammerus und Seidenraupen einige Tage in ein Gewürzwasserbad, bis sie nicht mehr auf der Oberfläche schwammen. Den Rest der Atraktoren sollte pur ins Futter, denn wenn sich der Futterball aufzulösen beginnt, steigen diese nach oben und legen mit Hilfe von Wind und Wellen eine Futterspur wie in einem Fließgewässer, die die Graser schneller auf den Platz zu unseren Boillies locken sollten. Nach langen Tests in unserem Wasserbecken hatten wir dann endlich die richtige Zusammenstellung und Konsistenz für unser Futter ausgearbeitet.
Das Fischen konnte beginnen:
Freitag, den 14.07.2006 um 16:00 Uhr sollte es mit der Platzverlosung losgehen. Wo waren wir? Auf der Autobahn im Stau!!! Schnell unseren Mann am See angerufen, ob er für uns ein Angelplatz ziehen könnte – Gott sei Dank, kein Problem. Das war jetzt unsere 4. Teilnahme und soweit ich weiß, haben wir es noch nie pünktlich geschafft am See zu sein. Endlich um 17:30 Uhr trafen wir dann am See ein. Das Fischen hatte bereits vor einer halben Stunde begonnen. Wir wurden etwas nervös, als wir noch beim Futter zubereiten waren und 2 Plätze neben uns bereits der erste Graser mit 13 Pfund gefangen wurde. Doch, keine Panik, es war noch jede Menge Zeit und wir vertrauen unserer ausgeklügelten Strategie. Nicht nur mit unserer Futterstrategie gingen wir andere Wege, nein – wir packten diesmal auch 2 Feederruten mit ultrafeinen Karpfenfreilaufmontagen und langen Fluorcarbonvorfächern ein, um auf Nummer sicher zu gehen, dass wir die meistens schlecht zu hakenden Graser verhaften können.Nach Platz suchen, Bojen setzen, Füttern, Ruten montieren und auslegen war es schließlich 21 Uhr. Die 2 normalen Karpfenruten wurden bestückt mit Nasty-Fish-Boillie und Frutti-Mustard-Boillie. Die 2 Feederruten mit Alien-Fish-Boillie und Green-Lipped-Muschel-Boillies mit Spirullina. Nach ca. 1 Stunde konnten auch wir den ersten Graskarpfen auf die Matte legen. Danach hatten wir fast keine Zeit mehr zum Ausruhen – unsere Taktik ging voll auf. Leider haben wir auf den ultrafeinen Montagen der Feederruten einige große Graser verloren. Hieran müssen wir noch arbeiten.Ihr seht also ihr müsst euch nur eure Gedanken machen und diese versuchen umzusetzen, auch wenn es verdammt viel Arbeit und Zeitaufwand kostet.Ach ja, den 24 Stunden-Karpfen-Cup hatten wir am Ende mit 11 Graser zwischen 14 und 32 Pfund und einem stolzen Gesamtgewicht von 110kg gewonnen, was wir auf der anschließenden Vereinsclubparty mit Freunden und Kunden bis in die frühen Morgenstunden ausgiebig feierten.
Tight Lines wünscht euch Euer Subsonic-Baits-Team
Peter Wolfgang Frank