Wir kehrten zu unseren Angelplätzen zurück. Ich legte eine meiner Ruten vor ein Seerosenfeld. Als ich die zweite Rute montierte bemerkte ich Aktivität am
Platz. Immer wieder piepste es und der Swinger bewegte sich ganz leicht. Vielversprechend! Ich wollte gerade die Rute auseerfen, als der Swinger hoch schoss und der hart eingestellt Freilauf kontinuierlich Schnur freigab. Anhieb, ich hatte Kontakt zum Fisch. Das war ein Guter! Da ich ihn auf Druck halten musste, dass er nicht in die Seerosen schwamm oder ins Geäst, das vor der Insel ins Wasser ragte, bog sich die Rute gewaltig durch. Ein kurzer heftiger Kopfschlag und der Fisch stieg aus. Verdammt! Ich ärgerte mich ich, holte die Rute raus und stellte fest, dass der Haken aufgebogen war. Da wurde mir klar, dass es sich um ein größeres Exemplar gehandelt haben musste.
Da die andere Rute schon fertig montiert war, warf ich sie direkt wieder an den Spot und fütterte nach.
Das gleiche Spiel. Vereinzelte Piepser im Minutentakt, der Swinger bewegte sich minimal nach oben. Ich spürte schon, dass es gleich wieder ein Run geben würde. Tatsächlich. Der Swinger schiest hoch ich schalge an und gebe direkt Druck. Mein Gegenüber lässt sich ins Freiwasser führen, wo ich erstmal
nichts mehr zu befürchten habe, weil dort keine Hindernisse mehr im Wege stehen. Es war ein harter Drill. Ich wollte diesen Fisch auf keinen Fall verlieren. Mit weichen Knien halt mir Lukas souverän beim Keschern der Bestie. Ein fetter Schuppie, vollgefressen mit Alien Fish, was sich auf der Abhakmatte nicht übersehen ließ. Die Wage blieb bei 20,5 Kg stehen.
Es war einer der schwersten Karpfen in diesem Gewässer, die bisher in diesem Gewässer gefangen wurden, und noch dazu ein völlig unbekannter Fisch.
Alle Jugendlichen freuten sich mit mir. Die meisten hatten bis dahin noch nie so einen großen Karpfen live gesehen. Sie tauften ihn „Der Dicke Wolfgang“ was mich natürlich sehr freute!